Bewaffnete Schülerlotsen
von extranjeroEine Universität ist ja eigentlich nichts anderes als eine größere Schule. Zu jeder vernünftigen Schule gehören Schülerlotsen. So auch zu unserer Universität. Und weil es eben eine große Schule ist, müssen sich die Schülerlotsen dort von normalen Schülerlotsen abheben.
Das machen sie durch verschiedene Maßnahmen:
- 1. Das Kostüm (Typ: amerikanischer Officer)
- 2. Der Gummiknüppel
- 3. Irgendeine Art von Pistole (Schreckschuß, Tränengas, o.ä.)
- 4. Viele Patronen am Gürtel
- 5. Das Funkgerät
- 6. Die Motorisierung (50er Roller oder 125er Baumarktchopper, mit denen bar jeder Geschwindigkeitsbegrenzung über das Campusgelände gekracht wird)
Und damit sie auch richtig autoritär aussehen, tragen sie alle eine dunkle Sonnenbrille. Damit sehen sie aber eher aus, wie amerikanische Secret-Service Mitarbeiter, die einem 80er Jahre Film entsprungen sind.
Heute hatten meine Mitstudenten und ich auch das erste mal Kontakt mit dem Sicherheitspersonal.
Mein Mitstudent war gerade dabei sich eine Zigarette zu drehen, als ein bewaffneter, motorisierter Schülerlotse des Weges kam.
Dieser sah die verschiedenen Utensilien in den Händen des Mitstudenten und zählte eins und eins zusammen.
Mein Mitstudent wurde daraufhin befragt, was er denn in den Händen hält – offensichtlich wollte der Sicherheitsbeamte meinen Mitstudenten des Drogenkonsums überführen.
Der Dritte im Bunde wollte die Beiden bei der “Vernehmung” fotografieren. Das sah der Sicherheitsmann und stürmte mit seinem Pizzaroller auf den Fotografierenden zu. Um ihm gleich darauf zu erklären, dass es unheimlich verboten ist, bewaffnete Schülerlotsen zu fotografieren.
In diesem Moment stellte sich mir die Frage, was diese Leute überhaupt für Aufgaben haben. Eine ist auf jeden Fall, Tickets an falsch parkende Fahrräder zu verteilen. Eine andere scheint zu sein, durch martialisches Auftreten abschreckend auf vermeintliche Kiffer zu wirken.
Den letzten Punkt berherrschen sie offensichtlich nicht richtig, denn nur ca. 100m von dem Punkt entfernt, wo wir gestellt wurden befindet sich die Cafeteria. Dort angekommen, stellten wir fest, dass an einem der Nachbartische Menschen mit einer durchaus liberalen Einstellung zu THC saßen und ihrem Hobby fröhnten.
Veröffentlicht am 10.11.2006 um 23:57 in : Kuriositäten, Logbuch, Valencia & Umgebung, WissenTrackback
Kommentare»
nach gestrigem durchlesen des Artikels über die Schülerlotsen stellte sich mir folgende Frage:
Wenn man einen Strafzettel an seinem Fahrrad hat, wie wird sicher gestellt, das der Bestrafte auch die Strafe einhält?
Und wie wird verifiziert, welches Rad zu wem gehört?
Die einzige Strafe ist, dass der Falschparkende einen Strafzettel hat. Es gibt durchaus Fahrräder mit drei oder vier Zetteln.
Also nichts mit Geld bezahlen oder so. Auf dem Zettel steht nur, dass man es nicht wieder tun soll und nächstes Mal einen Fahrradständer benutzen soll.